Frau Schrupp hat nichts gegen Fremde. Sie würde eigentlich sogar gern freundlich zu Fremden sein, aber das ist leider nicht möglich, was auch Frau Schrupp „eigentlich schade“ findet.
Frau Schrupp erzählt selbst, wodurch sie so unfreundlich wurde:„Ich bin ein viel unfreundlicherer Mensch als ich sein könnte, vor allem im öffentlichen Raum, dort, wo ich niemanden kenne.“
„Es war beim Rumknutschen mit einem der Fremden, mit dem ich befreundet war, ich glaube, ich war ungefähr 14 oder so. Wir küssten und streichelten uns, aber an einem gewissen Punkt wollte ich nicht weitermachen. Dieser Fremde, ein sehr netter Mensch übrigens, reagierte ärgerlich und sagte mir, dass ich so etwas nicht machen könne: erst aufgeilen und dann doch nicht zum Ende kommen.
Ich erinnere mich noch daran, dass mich das damals sehr schockierte, weil ich bis dahin ganz selbstverständlich (in einer von der Überfremdung offenbar noch ungestörten Naivität) davon ausgegangen war, dass Sex zu wirklich jedem Zeitpunkt des Verfahrens von allen Beteiligten einseitig beendet werden kann.“
Ich verstand Frau Schrupps Erzählungen zuerst nicht, denn schließlich, so dachte ich, hatte sie den Sex doch offenbar tatsächlich einseitig beenden können. In meiner Gutmütigkeit, die mir allerdings schon in manch anderer Situation einen ungünstigen Weg gewiesen hat, glaubte ich zudem zu wissen, dass der Ärger des fremden Jungen doch zwar unhöflich, aber nicht völlig unverständlich sei.
„Nicht jeder Fremde, so warnte er mich, würde in einer entsprechenden Situation ohne weiteres von mir ‚ablassen‘.“
Dies allerdings ist nicht nett, denn immerhin versucht der Junge hier, sich selbst in ein gutes Licht zu setzen, indem er der jungen Frau Schrupp andere Fremde als Gewalttäter ausmalt – doch auch hier verstand ich nicht, warum die ältere Frau Schrupp das noch heute allen Fremden vorwirft, anstatt sie, innerlich zwar, aber doch entschieden einschreitend, gegen die Anklage des jungen Fremden in Schutz zu nehmen.
An dieser Stelle muss ich ein Geständnis einflechten, mit dem ich eigentlich den ganzen Text schlechterdings hätte beginnen müssen, so dass dieses Geständnis nun weit verspätet kommt und fast gar nichts mehr wert sein kann, zumal es gewiss eine schwache Ausrede ist, dass ich nicht wusste, wo ich es vorher hätte einfügen können:
An dieser Stelle muss ich ein Geständnis einflechten, mit dem ich eigentlich den ganzen Text schlechterdings hätte beginnen müssen, so dass dieses Geständnis nun weit verspätet kommt und fast gar nichts mehr wert sein kann, zumal es gewiss eine schwache Ausrede ist, dass ich nicht wusste, wo ich es vorher hätte einfügen können:




