„Der Schriftsteller Eckhard Henscheid hat den bekannten Schulbuchautor Heinrich Böll in einer Rezension einmal als 'steindumm', 'kenntnislos' und 'talentfrei', kurz: als 'Knallkopf' bezeichnet. Obwohl nicht wenige diese Einschätzung als zutreffend und in jeder Hinsicht überfällig empfanden, musste sich Henscheid auf Betreiben eines Böll-Sohns vor Gericht verantworten."Jan Fleischhauer ist als Spiegel-Kolumnist offenkundig auch 28 Jahre nach dessen Tod nicht sonderlich gut auf Böll zu sprechen (zum Urteil, auf das er sich bezieht, mehr hier). Ganz ähnlich wie Fleischhauer sieht Michael Klein Böll:
„Kennen Sie auch die Ansichten eines Clowns? Diesen unsäglichen Roman über einen suizidalen Clown, dessen trübe Stimmung dem regnerischen Wetter in nichts nachsteht? Überhaupt regnet es bei Böll immer, wenn die Helden seiner Romane gerade einmal Trübsal blasen. Öde Langeweile in fahle Bilder gegossen."
Die gehässige Rede vom „Schulbuchautor“ trifft: Als Schriftsteller ist Böll, wenn nicht gerade eine seiner Kurzgeschichten (gern: „Wanderer, kommst du nach Spa…“ ) oder „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ in der Schule gelesen wird, weitgehend vergessen. Ein wenig ist er vielleicht noch als „Gewissen der Nation“ in Erinnerung, und über diesen Umweg wird er dann auch auf ganz unvermutete Weise wieder aktuell: Die Grünen haben Bölls Image als moralisch integrer, widerständiger Mahner genutzt und ihre millionenschwere parteinahe Stiftung nach ihm benannt.
Auf eine Schrift eben dieser Stiftung bezieht sich auch Klein in seinem Böll-Verriss. Wenn im Zusammenhang mit geschlechterpolitischen Debatten der Name „Böll" verwendet wird, dann meist im Gespräch über eine als „Expertise“ bezeichnete Schrift der Heinrich-Böll-Stiftung, die bekanntlich den Einsatz für Männerrechte willkürlich mit den Massenmorden Anders Breiviks und mit rechtsradikaler Politik in Verbindung bringt – oder über eine Schrift zur Verteidigung der Gender Studies, die seltsamerweise nicht etwa deren wissenschaftliche Grundlage erläutert, sondern die sich auf Kritik an ihren Gegnern beschränkt und deren Gegnerschaft ebenfalls in einen rechtsradikalen Zusammenhang stellt.
Da ich Böll schon sehr lange nicht mehr gelesen habe, da ich aber in meiner Jugendzeit ein viel positiveres Bild von den „Ansichten eines Clowns“ – als junger pubertierender Katholik war ich begeistert von der Geschichte einer tragischen Liebe, die an der hartherzigen Moralität der katholischen Kirche scheitert – und auch einiger seiner Essays hatte, habe ich mir einige von ihnen noch einmal angeschaut. Das Ergebnis kann der Böll-Stiftung nicht gefallen….
Auf eine Schrift eben dieser Stiftung bezieht sich auch Klein in seinem Böll-Verriss. Wenn im Zusammenhang mit geschlechterpolitischen Debatten der Name „Böll" verwendet wird, dann meist im Gespräch über eine als „Expertise“ bezeichnete Schrift der Heinrich-Böll-Stiftung, die bekanntlich den Einsatz für Männerrechte willkürlich mit den Massenmorden Anders Breiviks und mit rechtsradikaler Politik in Verbindung bringt – oder über eine Schrift zur Verteidigung der Gender Studies, die seltsamerweise nicht etwa deren wissenschaftliche Grundlage erläutert, sondern die sich auf Kritik an ihren Gegnern beschränkt und deren Gegnerschaft ebenfalls in einen rechtsradikalen Zusammenhang stellt.
Da ich Böll schon sehr lange nicht mehr gelesen habe, da ich aber in meiner Jugendzeit ein viel positiveres Bild von den „Ansichten eines Clowns“ – als junger pubertierender Katholik war ich begeistert von der Geschichte einer tragischen Liebe, die an der hartherzigen Moralität der katholischen Kirche scheitert – und auch einiger seiner Essays hatte, habe ich mir einige von ihnen noch einmal angeschaut. Das Ergebnis kann der Böll-Stiftung nicht gefallen….
