Einerseits erinnerte es mich selbstverständlich an den Film
Und täglich grüßt das Murmeltier, wieder einmal dem Vorwurf zu begegnen, Männerrechtler würden sich am Feminismus abarbeiten, anstatt sich einfach einmal mit Männlichkeit zu beschäftigen.
„Einen Maskulismus zu erleben, der sich tatsächlich mal nur mit Maskulinität auseinander setzt, wäre ja so wahnsinnig erfrischend“,
„Ich habe ja schon mehrmals kritisiert, dass sich der Maskulismus meiner Meinung nach zu sehr am Feminismus abarbeitet, statt sich mal um existentielle Fragen rund um Männlichkeit zu kümmern.“
Und was existentielle Fragen für sie sind, das können Männer natürlich nicht allein entscheiden.
„Klar: ‚Feminismus, Feminismus, Feminismus‘. Oder wahlweise auch: ‚Frauen, Frauen, Frauen‘. Und ich so: Meh, meh, meh.“
Das ist aber auch zu blöd: Da regen sich manche Männer ewig+3Tage darüber auf, dass sie aufgrund einer nunmal ungünstigen Geschlechtszugehörigkeit ihre Kinder nicht mehr sehen können, anstatt einfach einmal ungezwungen darüber zu debattieren, wie sie ihren „ersten Samenerguss erlebt“ haben.
Oder wie wär es mit einer Antwort auf diese Frage:
„Gibt es Dinge, die du dich nicht traust, gegenüber deiner Frau/Freundin/Sexualpartnerin anzusprechen?“
Genau – worüber ich mit meiner Partnerin nicht zu reden wage, das diskutiere ich natürlich gern, offen und ungezwungen im Internet.
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| Matthias Mala: Messerrasur |
Andererseits aber habe ich etwa zur gleichen Zeit einen Text gelesen, den der Autor und Maler Matthias Mala, der auch bei
man tau mitliest und kommentiert, auf seinem eigenen
Blog veröffentlicht hat:
„Zen und die Lust, ein Rasiermesser zu führen“.
Es geht darin um die traditionelle Gesichtsrasur, nicht um die der Beine, des Körpers, des Intimbereichs. Das natürlich ist klassisch männlich, eine routinierte Tätigkeit, regelmäßig wiederholt, in den Alltag eingebettet, zudem übersichtlich in verschiedene Schulen zu unterteilen: Jeden-Tag-Rasierer, Alle-paar-Tage-Rasierer, Bartstutzer, Wachsenlasser, quer dazu natürlich Trocken- und Nassrasierer, und unter diesem wiederum die Gruppe der Mutigsten und Spleenigsten, die Rasiermesserrasierer.
Der Text ist – gerade weil eine alltägliche, unspektakuläre, ganz und gar nicht auf Geschlechterpolitik bezogene private Alltagshandlung im Mittelpunkt steht – ein guter Anlass, um zu überlegen, was das Reden oder Schreiben über „Männlichkeit“ eigentlich so schwer macht, oder was es eben: ermöglicht.