Der Monat Oktober begann bekanntlich erschüttend: Vor lauter Amazongate hätte ich fast vergessen, dass wir ja schon im Monat September von einem großen Ereignis zum nächsten gestolpert waren, die hier rechtmäßigerweise in dem traditionellen Monatsrückblick hätten festgehalten werden müssen.
„Es geht an diesem Abend um Inhalte, Lösungen, um eine akute Gefahr im Land: Die Frauenlobby. Stark und autoritär sei sie. Organisierte Frauennetzwerke dominieren demnach Politik, Wirtschaft und Gesellschaft in Deutschland. Es ist so schlimm, etwas müsse dagegen getan werden. Bei Ingwertee und Cola kennt die Liste, was alles in der Bundesrepublik so schief laufe, kein Ende (…)“
So der Tagesspiegel über eine Gruppe von Berliner „Nicht-Feministen“. Bloß weil einige Fakten in dem Artikel nicht völlig akkurat waren und der Interviewer Mohamed Amjahid ihnen Sätze in den Mund gelegt hatte, die sie bei Licht besehen gar nicht gesagt hatten, waren die Mitglieder der kleinen Gruppe von „Nicht-Feministen“ über ihre Darstellung in der großen, seriösen Berliner Tageszeitung nicht rundum zufrieden (ausführlich dazu der Autor Gunnar Kunz).
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| Eigentlich ist es gar nicht nötig, Lärm zu machen, Kommentare zu schreiben, bei Debatten dabei sein zu wollen. Den Verständigen ist ohnehin immer schon klar, was richtig und was falsch ist. |
Das war ein wiederkehrendes Thema in diesem vergangenen September, das auch im Oktober wichtig blieb: Wie stellt die Presse Menschen dar, die an Geschlechterdebatten ohne die Selbstverpflichtung auf gewohnte Deutungsmuster – „Patriarchat“, Männerherrschaft, Frauenunterdrückung – teilnehmen möchten? Für Männerrechtler, Feminismuskritiker, Väterrechtler, MHRAs (Men’s Human Rights Activists) gibt es dabei vorerst drei erlaubte Kategorien: Sie sind lächerlich, sie sind bedrohlich, oder sie sind beides.














