Im Hinblick auf die Gleichstellungsarbeit schreibt das „Bundesforum Männer“ in seinen „Wahlprüfsteinen": „Wir sprechen uns gegen ein Entweder-oder aus und wünschen uns ein Sowohl-als-auch.“ Nun hat es bekanntlich in der Gleichstellungspolitik niemals „Entweder Männer oder Frauen“-Strukturen gegeben, sondern lediglich ein klares „Entweder Frauen oder gar nichts“. In dem Satz wird also eine Tendenz deutlich, die den gesamten Text der Wahlprüfsteine prägt: Das Bundesforum zeigt sich durchaus bemüht, spezifische Interessen von Männern oder Jungen zu vertreten, vermeidet aber sorgfältig schon den Anschein einer Kritik an herkömmlichen, gegenüber Männerinteressen blinden Strukturen der Geschlechterpolitik. Bezeichnend ist etwa, dass das Bundesforum die Probleme von Vätern vor allem als abstrakte „Vereinbarkeitsprobleme“ beschreibt und verschweigt, dass die wesentlichen Einschränkungen der Rechte von Vätern auf das Konto von Lobbyistinnen und Politikerinnen gehen.
Schlimmer noch aber ist eine Gegenüberstellung von „traditioneller“ und „moderner“ Männlichkeit, die regelrecht diffamierende Züge trägt (mehr dazu auch bei Kritische Wissenschaft). Schon der erste Satz des Textes lautet: „Jungen, Männer und Väter stehen vor großen Herausforderungen. Traditionelle Rollenmuster passen vielfach nicht mehr zu heutigen Anforderungen und Bedürfnissen.“ Ganz im Sinne der Diagnose, die etwa Hanna Rosin in ihrem Buch vom „Ende der Männer“ gestellt hat, und ganz im Sinne auch einer sogenannten „antisexistischen Jungenpädagogik“ sind also nicht etwa politische Bedingungen, sondern „traditionelle Rollenmuster“ für Männer und Jungen problematisch. Was mit den „traditionellen Mustern“ gemeint ist, skizziert das Bundesforum ausgerechnet im Zusammenhang mit der Verletzbarkeit von Männern, die nicht im Interesse der Männer selbst ernst genommen soll, sondern im Interesse anderer: „Nur so können traditionelle Männlichkeitsrollen erweitert, kann erlerntes gewalttätiges Verhalten hin zu einer gewaltfreien Sozial- und Konfliktkompetenz verändert werden.“ So sind sie, die traditionellen Männer: sozial unterbelichtete Simpel, deren Problemlösungskompetenz normalerweise aus nichts anderem als einem gezielten Faustschlag auf die Nase des Gegners besteht. So fordert das Bundesforum dann auch eigentlich keine Aufmerksamkeit für spezifische Probleme von Männer und Jungen, sondern Unterstützung für Männer bei der Umwandlung von traditioneller zu moderner Männlichkeit – von gewalttätigen, engstirnigen Reaktionären, die sich kaum oberhalb der Grunzlautschwelle verständigen können, hin zu liebevollen Partnern und Vätern, die kommunikativ kompetent genug sind, um die offizielle Geschlechterpolitik nicht zu kritisieren.
Dass aber diese Gegenüberstellung einer traditionellen und einer modernen Männlichkeit zu holzschnittartig ist, dass sie zudem die als „traditionell“ identifizierte Männlichkeit diffamiert, ist eigentlich schon längst bekannt. Schon seit Jahrzehnten spielen beispielsweise Filme mit verschiedenen Männlichkeitsbildern, die den Mustern des Bundesforums ungefähr entsprechen, sie aber ganz anders interpretieren. An drei Beispielen neuerer Klassiker des britischen Films lässt sich das zeigen.
Schlimmer noch aber ist eine Gegenüberstellung von „traditioneller“ und „moderner“ Männlichkeit, die regelrecht diffamierende Züge trägt (mehr dazu auch bei Kritische Wissenschaft). Schon der erste Satz des Textes lautet: „Jungen, Männer und Väter stehen vor großen Herausforderungen. Traditionelle Rollenmuster passen vielfach nicht mehr zu heutigen Anforderungen und Bedürfnissen.“ Ganz im Sinne der Diagnose, die etwa Hanna Rosin in ihrem Buch vom „Ende der Männer“ gestellt hat, und ganz im Sinne auch einer sogenannten „antisexistischen Jungenpädagogik“ sind also nicht etwa politische Bedingungen, sondern „traditionelle Rollenmuster“ für Männer und Jungen problematisch. Was mit den „traditionellen Mustern“ gemeint ist, skizziert das Bundesforum ausgerechnet im Zusammenhang mit der Verletzbarkeit von Männern, die nicht im Interesse der Männer selbst ernst genommen soll, sondern im Interesse anderer: „Nur so können traditionelle Männlichkeitsrollen erweitert, kann erlerntes gewalttätiges Verhalten hin zu einer gewaltfreien Sozial- und Konfliktkompetenz verändert werden.“ So sind sie, die traditionellen Männer: sozial unterbelichtete Simpel, deren Problemlösungskompetenz normalerweise aus nichts anderem als einem gezielten Faustschlag auf die Nase des Gegners besteht. So fordert das Bundesforum dann auch eigentlich keine Aufmerksamkeit für spezifische Probleme von Männer und Jungen, sondern Unterstützung für Männer bei der Umwandlung von traditioneller zu moderner Männlichkeit – von gewalttätigen, engstirnigen Reaktionären, die sich kaum oberhalb der Grunzlautschwelle verständigen können, hin zu liebevollen Partnern und Vätern, die kommunikativ kompetent genug sind, um die offizielle Geschlechterpolitik nicht zu kritisieren.
Dass aber diese Gegenüberstellung einer traditionellen und einer modernen Männlichkeit zu holzschnittartig ist, dass sie zudem die als „traditionell“ identifizierte Männlichkeit diffamiert, ist eigentlich schon längst bekannt. Schon seit Jahrzehnten spielen beispielsweise Filme mit verschiedenen Männlichkeitsbildern, die den Mustern des Bundesforums ungefähr entsprechen, sie aber ganz anders interpretieren. An drei Beispielen neuerer Klassiker des britischen Films lässt sich das zeigen.