Montag, 28. April 2014

Vom donnernden Schweigen aufrechter Männer

Was macht denn eigentlich das Bundesforum Männer so?
 
Als vor wenigen Wochen eine EU-Studie veröffentlicht wurde, die allein Gewalt gegen Frauen zum Thema hatte und so den Eindruck erweckte, Frauen würden allüberall Gewalt erleiden, Männer aber würden allüberall Täter sein –

Als das deutsche Familienministerium den einjährigen Geburtstag seines Gewalttelefons feierte, das Hilfe allein weiblichen Gewaltopfern anbietet und dessen Werbung den Eindruck erweckt, Täter seien durchweg männlich –

Da erinnerte ich mich mit Schaudern an die nun schon fern und irgendwie unwirklich absurd erscheinenden Zeiten, als gegen solche millionenscheren regierungsamtlichen Einseitigkeiten allein ein paar private Blogger anschrieben, während sie von den Mainstream-Medien kritiklos weiter verbreitet wurden.
 
Dass sich das geändert hat, dass diese Zeiten heute wie ein ferner Alptraum erscheinen, liegt insbesondere an dem Bundesforum Männer – dem „Interessenverband für Männer, Jungen und Väter“, der vom Familienministerium finanziert wird.

Eine klare, aber donnernde und unüberhörbare Kritik formulierten die Verantwortlichen des Bundesforums am „sexistischen Umgang mit Gewalt“ seitens der deutschen Regierung und der verantwortlichen EU-Agentur, der „Männern den Anspruch auf Schutz vor Gewalt abspricht und sie zugleich als ewige Täter denunziert“ und der dadurch „dem Ziel der Geschlechtergerechtigkeit erheblich schadet“.

Dankbar angesprochen auf die klaren Worte des Bundesforums stellte sein Vorsitzender klar, dass die Verantwortlichen „weiter nichts als ihren Job“ gemacht hätten – und dass die Mitglieder des Bundesforums „sich schließlich hätten in Grund und Boden schämen müssen, wenn sie hier still geblieben wären“.
 
Zugegeben: Das habe ich jetzt herbeifantasiert. Das Bundesforum hat eher versucht, die Situation durch demonstratives, aber donnerndes Schweigen zu gestalten. Das hätte auch beinahe prima geklappt, wenn es nur irgendjemandem aufgefallen wäre. 
 
Das aber hat mich  zu der Frage geführt: Was macht den eigentlich das Bundesforum Männer so, wenn es nicht gerade damit beschäftigt ist, politisch Verantwortlichen sein drängendes und unüberhörbares Stillschweigen tapfer entgegenzuschleudern?

Also hab ich mir einmal seine Homepage angeschaut und dort zum Beispiel einen Text gefunden, der sich mit einem der grundlegenden Texte der aktuellen Politik aus männerpolitischer Perspektive auseinandersetzt: mit der Koalitionsvereinbarung der Bundesregierung. Geschrieben hat diese Analyse Thomas Gesterkamp, der insbesondere dadurch bekannt wurde, dass er für die taz und die SPD Männerrechtler als rechtsradikal hinstellte und forderte, sie mit einem „cordon sanitaire“ auszugrenzen, als seien sie eine ansteckende schwere Krankheit.
 
Um über Männerrechte zu schreiben, ist er also hochqualifiziert (ungefähr in dem Sinne, in dem ja auch ein Abdecker von Berufs wegen qualifiziert ist, sich kompetent über Tierrechte zu äußern). Was also hat das Bundesforum Männer mit Gesterkamp aus männerpolitscher Perspektive beizusteuern?

Dienstag, 22. April 2014

Das bisschen Gewalt ist doch halb so wild....

„Was hat eine Solanas mit uns zu tun? Warum werden wir permanent dazu genötigt uns von ihr zu distanzieren?“
Das fragt genervt die Feministin Onyx auf ihrem Blog – übrigens in den Kommentaren zu einem Artikel, in dem sie deutlich die Gewaltphantasien des mackergohome-Trends kritisiert.  Leszek antwortet:
„Feministinnen werden zu Recht aufgefordert sich von Solanas zu distanzieren, weil Solanas faschistische Hass-Schrift bis heute in radikalfeministischen Kreisen als feministischer Klassiker gilt und bis heute radikale Feministinnen Bezug darauf nehmen.
Maskulisten wurden auch zu Recht aufgefordert, sich vom gelben Forum oder vom Frauenhaus-Blog zu distanzieren – was viele getan haben.“
Ein Beispiel dafür?
„Solanas eiskalte Abhandlung des Ist-Zustandes mündet in den Vorschlag, die Männer auszurotten, um endlich mit dem Aufbau einer menschlichen Gesellschaft beginnen zu können.“
Das schreibt 1997 in der Emma die Regisseurin Mary Harron 1997, die 29 Jahre nach Solanas‘ Schüssen auf Andy Warhol einen Film über sie fertigstellte. Begeistert schildert sie das Buch als „eine Lektüre, die mein Leben veränderte. Kein Buch hatte mich je so angerührt und erschüttert“ und feiert es als „brillante Satire - so als hätte Oscar Wilde beschlossen, Terrorist zu werden.“ 
 
Ein schwedischer Film aus dem Jahre 2010, produziert von einer Theatergruppe, die Solanas' SCUM auch für Schulklassen aufführte. "Do your part" - Leiste auch Du Deinen Beitrag - steht am Ende.
 
Doch auch, wenn sich die Reihe begeisterter Äußerungen über Solanas‘ Massenmordphantasie  noch lange fortsetzen ließe – warum sollten sich alle Menschen, die sich als feministisch bezeichnen, davon distanzieren? Schließlich ist es in zivilen Kontexten eigentlich eine Selbstverständlichkeit, dass wir bei Gesprächspartnern oder -partnerinnen in aller Regel nicht den heimlichen oder offenen Wunsch erwarten müssen, uns umzubringen.

Dienstag, 15. April 2014

Und plötzlich war ich Männerrechtler...

Ich habe das Thema dieser Blogparade, „Warum ich mich mit Männerrechten beschäftige und was ich damit zu erreichen hoffe”, einfach als Aufforderung interpretiert, eine persönliche Geschichte aufzuschreiben. Wie eigentlich kommt ein Junge aus einer durch und durch sozialdemokratischen Familie, ein Student der Sprach-, Geistes- und Sozialwissenschaften, der freiwillig (!) Seminare zu feministischer Literaturwissenschaft belegt, der schon recht früh und vermutlich sogar ohne bleibende Schäden Schriften von Susan Brownmiller, Alice Schwarzer oder Judith Butler liest, später dazu, sich für Männerrechte einzusetzen? Ein Stück in drei Akten. 
Wie, um Gottes Willen, wurde aus diesem unschuldigen Jungen ein MÄNNERRECHTLER?
Erster Akt: Seltsame Begebenheiten auf der Universität  Dass irgendetwas nicht stimmte, war schon früh klar. Da ich in den Geistes- und Sozialwissenschaften studiert habe, erlebte ich natürlich viele feministisch inspirierte Diskussionen zum Verhältnis der Geschlechter, und ich erlebte auch ihre Widersprüche.

Sonntag, 13. April 2014

Merkel, Schwesig und die Freude an Gewalt

#mackergohome wo dich deine frau erwartet. mit einem messer.
Gewaltphantasien, die sich bei Twitter unter dem Stichwort „Mackergohome“ sammeln, wirken pubertär im schlechtesten Sinn des Wortes, werden aber – soweit ich das erkennen kann – von erwachsenen Frauen formuliert. Für politisch interessierte Gender-Forscherinnen wäre das eigentlich einmal eine interessante Frage:
 
Warum eigentlich werden im Internet regelmäßig Plattformen gebastelt, auf denen Frauen und auch Männer in aller Öffentlichkeit und mit großer Begeisterung antimännliche Gewaltphantasien austauschen? Der berühmteste ist der Hashtag killallmen, der ohne störende Zurückhaltung und mit großer Gefolgschaft zur Tötung aller Männer aufruft.
ich seh schon die tränen fließen, seid nur froh, wenn wir nicht schießen!
Haut die macker platt wie Acker!

maskus, mackern und sexisten, entschlossen in die fresse
fisten.

wir kochen vor Wut / wir
stampfen euch entzwei / zu Mackerhaschee / und auch zu Mackerbrei

Wir geben den Mackern die Straße zurück –
Stein für Stein, Stück für Stück!

Macker sind erbärmlich,
Misandrie ist herrlich!
bürger von twitter seid nicht faul, gebt den mackern eins aufs maul.

wir stellen das richtig maskus sind nicht wichtig waren es nie misandrie!

ihr seid eh nicht mehr lange da haaahahahaha. MISANDRIE!
Die letzten drei Beispiele zitiert auch die Internet-Feministin Onyx in ihrer deutlichen Kritik  an der kleinen „Mackergohome“-Welle. 

Woher nur haben die gewaltverliebten mackergohome-Fans ihr Männerbild? Motiv aus einer millionenschweren Aktion des Familienministeriums
Diese Welle begann mit einem T-Shirt, das eine Frau mit dem Twitter-Namen „tofutastisch“ sich selbst hergestellt und dann stolz auf Twitter präsentiert hatte. „Macker gibt’s in jeder Stadt Bildet Banden macht sie platt reimt sie dort, und zwischen den Zeilen platziert sie das stilisierte Bild eines mit Schlagstöcken bewaffneten Frauen-Mobs.  Der Duden übrigens erläutert „Plattmachen“ als „jemanden umbringen, körperlich erledigen, vernichten“.   

Das Bild des T-Shirts wird ein großer Erfolg, die Idee des „Plattmachens“ von „Mackern“ wirkt auf eine Reihe von Frauen inspirierend.
„Ich will übrigens auch so ein tshirt wie das von @Tofutastisch,“
schreibt beispielweise Antje Schrupp, Redakteurin der Zeitschrift „Evangelisches Frankfurt“ und eine der wichtigsten Internet-Feministinnen.

Wie kommt es eigentlich, dass sich hier erwachsene Menschen in aller Öffentlichkeit in Gewaltphantasien suhlen, ohne dass irgendjemandem von ihnen auch nur der Gedanke kommt, dieses Verhalten könne ein wenig seltsam sein? Eine mögliche Antwort findet sich an einem unerwarteten Ort: bei einer millionenschweren Aktion der Bundesregierung.

Mittwoch, 9. April 2014

Von männerfreien Friedhöfen und Telefonen nur für Frauen (Monatsrückblick März 2014)

Da ich mich gefreut habe, die Kommentare von Leszek über linke Männerpolitik als Text veröffentlichen zu können, habe ich den Rückblick auf den Monat März ein paar Tage verschoben. Der Monat lohnt aber, wie ich finde, solch einen Rückblick auch noch etwas später...

Der Monat März endete in einer Reihe von Aprilscherzen, der erste kam einen Tag zu früh. Von einer seltsamen Nachricht auf dem Anrufbeantworter der Familienministerin Schwesig berichtete am 31. März das Blog Wortschrank.
„Mir ist zwar bewusst, dass (mit Ausnahme von Sexualstraftaten) Männer sämtliche Gewaltopfer-Statistiken anführen und das auch in der Statistik des Bundeskriminalamtes ganz klar belegt ist. Das hat mich aber nicht daran gehindert, trotzdem statt für alle Bürgerinnen und Bürger nur für Frauen eine Gewaltopfer-Telefon-Hotline einzurichten und ich verkünde heute mit Stolz den 12.000sten Anruf, den wir in mühevoller Kleinarbeit und 16 verschieden Sprachen an zuständige Frauenhäuser, psychologische Beraterinnen, Seelsorgerinnen und Online-Chats vermittelt haben."
Tatsächlich hat das exklusive Anti-Gewalt-Telefon 6 Millionen Euro an Steuergeldern gekostet – wofür eigentlich, das habe ich auch bei längere Suche im Internet nicht herausfinden können. Noch seltsamer ist die Beschränkung auf Hilfe für Frauen. Wie würde es wohl einem Minister ergehen, der mehrere Millionen Euro für ein Anti-Gewalt-Telefon nur für Weiße ausgeben würde?

Eine Werbung des Bundesamts für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben. Dazu gehört auch noch ein eindrucksvoller Spot:
 

Der sexistische Blick auf Gewalterfahrungen prägt auch eine Studie, die ausgerechnet von der EU-Kommission für Menschenrechte erstellt wurde: Eine europaweite Studie zur Gewalt gegen Frauen. Als ob es Hunderte von Studien nie gegeben hätte, nach deren Ergebnissen Männer ebenso häufig von häuslicher Gewalt betroffen sind wie Frauen, fixiert sich die Studie programmatisch allein auf weibliche Opfer.

Während sie so die Gruppe derjenigen, deren Gewalterfahrungen untersuchenswert erscheinen, erheblich begrenzt, weitet sie zugleich den Gewaltbegriff willkürlich aus: Geschubstwerden oder das Gefühl, vom Partner nicht angemessen wahrgenommen zu werden, stehen hier beliebig neben Angriffen mit Schusswaffen oder Vergewaltigungen.

Das erwartbare Ergebnis dieses Untersuchungsdesigns: Europas Frauen werden rundweg als Opfer massiver Alltagsgewalt präsentiert, Männer implizit rundweg als Gewalttäter. Das dieses Ergebnis mehr das sexistische Design der Studie als über die Erfahrungen von Frauen und Männern aussagt, spielt für berichtende Medien kaum eine Rolle: Fast durchweg spiegeln sie kritiklos die Ergebnisse der „Studie“ und schlagen Alarm im Namen von Europas allüberall gequälten Frauen.

Freitag, 4. April 2014

Über den Sinn linker Männerpolitik


– Eine Erwiderung von Leszek –
 
Auf meinen Text Warum Linke die Männerrechtler brauchen (aber Männerrechtler die Linken nicht) zu  Arne Hoffmanns Buch Plädoyer für eine linke Männerpolitik hat Leszek einen ausführlichen, detaillierten, mehrteiligen Kommentar geschrieben, der in vielerlei Hinsicht eine Erwiderung auf meinen Text ist. Eine Auseinandersetzung damit hat im Kommentarstrang schon begonnen. Es dient ihr aber sicher, wenn Leszeks sehr engagierter Text, der ein eigenes Plädoyer für eine linke Männerpolitik ist, auch einen eigenen Platz bekommt.
 
Die eingefügten Zwischenüberschriften stammen von mir, ich habe mich dabei nah an den Text Leszeks gehalten. Lucas Schoppe
 
 
Hallo Schoppe, ich habe den Eindruck, in diesem Artikel ist einiges an Ärger und Enttäuschung über die zeitgenössische politische Linke und ihre Ignoranz gegenüber männlichen Benachteiligungen und sozialen Problemlagen eingeflossen.

Die Idee, den Spieß einfach mal gedanklich umzudrehen und darüber zu reflektieren, wie eine Öffnung der zeitgenössischen Linken gegenüber der Männerrechtsbewegung für die Linke selbst potentiell hilfreich sein könnte, um sich zu erneuern, zu tatsächlich klassisch linken Werten und Idealen zurückzufinden und wieder eine ernsthafte linke Politik von Relevanz zu entwickeln ist sicherlich interessant und kreativ, bei einigen Schlussfolgerungen deines Artikels bin ich jedoch – wie bei diesem Thema nicht anders zu erwarten – anderer Meinung.
 
Du schreibst:
„Arne geht an mehreren Stellen ausdrücklich auf die Situation ein, dass Offenheit für geschlechterpolitische Positionen von Männern, für die Auseinandersetzung mit spezifischen Benachteiligungen von Männern deutlich eher bei Konservativen als bei "Linken" zu finden ist. Das hat in seinem Buch nie den Charakter einer Wahlempfehlung für Union oder FDP, sondern eher den einer etwas ungläubigen Frage an die "Linken": Das wäre eigentlich euer Job - warum interessiert er euch nicht?“
Arnes sehr gutes Buch „Plädoyer für eine linke Männerpolitik“ ist in Bezug auf die angesprochene Thematik m.E. in seinen Reflektionen hierzu deutlich ausgewogener.

Samstag, 29. März 2014

Warum Linke die Männerrechtler brauchen (aber Männerrechtler die Linken nicht)

„Vor allem die linken Parteien schrecken inzwischen immer mehr Männer ab, die eigentlich für die Anliegen dieses Lagers mehr als aufgeschlossen wären“,
schreibt Arne Hoffmann in seinem gerade erschienenen „Plädoyer für eine linke Männerpolitik“. (S. 19)

Der Text listet viele Beispiele panischer Abgrenzungen und Feindseligkeiten irgendwie linker Parteien gegenüber Männerrechtlern auf: vom verbissenen Desinteresse an einer „Bekämpfung sozialer Nachteile“ (27) von Männern und Jungen, dem „Fall Monika Ebelings“ (18), die von Grünen, SPD, Linken, aber auch der FDP aus dem Amt als Gleichstellungsbeauftragte getrieben wurde (18), bis zu diffamierenden Schriften der SPD (338f.) oder der Grünen (347f.), die aus Steuermitteln finanziert den Einsatz für Männer- und Jungenrechte als rechtsradikal denunzieren.

Und das sind nur wenige Beispiele dafür, dass das Wort „Männer" – so Matthias Lohre in der taz„in der politischen Linken geradezu zu einem Schimpfort geworden" sei. (16)

Warum eigentlich sollten sich Männerrechtler angesichts dieser entschlossenen Ablehnung ausgerechnet als „links“ bezeichnen?
„Bezeichnenderweise war es nicht das linke, sondern das bürgerliche Lager, das die ersten Schritte tat, um die bisherigen Einseitigkeiten zu überwinden“,
schreibt Hoffmann weiter (22). Angesichts dieser Situation für eine linke Männerpolitik einzutreten, wirkt wie der Versuch, mitten in Hamburg eine Werder-Kneipe zu eröffnen, weil es in Bremen ja zu einfach wäre. Oder in einem bayerischen Dorf die große Bedeutung des Preußentums zu erläutern. Was soll das?
Eine etwas abgewrackte rote Bushaltestelle im Nirgendwo, an der niemand wartet - dazu das Schild "Weg endet in 250m" - manche Szenen sind in aller Unschuld so allegorisch, dass sie unbedingt fotografiert werden müssen. Glaubt mir ja sonst keiner.
Das Eintreten für die Rechte von Männern und Jungen setzt linke Positionen, wie immer sie auch verstanden werden, zudem überhaupt nicht voraus. Dafür genügt es, liberale Positionen zu vertreten oder sich an basalen Grundrechten, Menschenrechten und Fairnessprinzipien zu orientieren. Männerrechtler brauchen Linke nicht.

Andersherum ist das jedoch nicht so – Linke würden erheblich davon profitieren, wenn sie die Diskussionen der Männerbewegung offen und ohne irrationale Abwehr aufnehmen würden. Dafür gibt es vor allem drei Gründe.

Freitag, 28. März 2014

Biertrinken mit Feministinnen - Kais Blogstöckchen

Das „Blogstöckchen", das Kai auf seinem Blog veröffentlicht hat, ist mittlerweile von Arne Hoffmann, von Christian Schmidt, von Elmar Diederichs, von Tom, Adrian, LoMi und Graublau beantwortet worden.
Edouard Manet: Im Café-Concert (1878) Quelle
Nachdem Erzählmirnix vor wenigen Monaten blockstöckchenwerfend Blogger nach ihrem Verhältnis zum Maskulismus gefragt hat, fragt Kai nun nach dem Verhältnis zum Feminismus. Ich hatte eine volle Woche und bin gerade sehr, sehr müde, aber antworten will ich natürlich, und die Müdigkeit macht die Antworten ja vielleicht auch besonders interessant....Viel Spaß!

Sonntag, 23. März 2014

„Lasst das mal den Papa machen“. Der „Stromberg“-Film ist sexistisch: Fragt sich nur, gegenüber wem

– Gastbeitrag von Johannes Meiners –
 
 
Johannes Meiners' Filmkritik über den Stromberg-Film und seine Großmannsucht" setzt sich auch mit Figuren einer Fernsehserie auseinander, die ich  früher während der ersten Staffeln einmal gern gesehen habe. Ich fand sie witzig, bin dann aber irgendwann ausgestiegen warum, weiß ich nicht einmal mehr. Doch auch angesichts der Sympathie für die Serie überzeugt mich die Kritik, die Johannes Meiners an dem Film übt. Viel Spaß dabei!  Lucas Schoppe
 
 
Bernd Stromberg ist zurück: Noch ein Mal – als Kinofilm. Die Büro-Satire spielt im (vermeintlichen) Alltag europäischer Durchschnittsbürger, in diesem Falle Versicherungsangestellter in Nordrhein-Westfalen. So viel vorweg: Ich teile die Ansicht des Schauspielers – und Hauptdarstellers – Christoph Maria Herbst, wonach „Stromberg“ auserzählt sei).
 
Die Finanzierungsprobleme rund um den Film konnten durch zahlende, am Ende alphabetisch entlang ihrer Vornamen aufgelistete, fast nur männliche Fans offenbar gelöst werden. Die Produktion hält gleichwohl einige Lacher bereit, die durchaus hörenswert sind. Ähnliches gilt für das Bildmaterial mit der ein oder anderen überraschenden Sentenz. Herbst selbst spielt neuerlich stark auf. Ohne ihn wäre die Satire wie der frühere Krimi „Derrick“ ohne Derrick – oder „Wetten, dass…“ ohne Thomas Gottschalk.

Der vorliegende Text ist keine „gewöhnliche“ Rezension eines aktuellen künstlerischen Ergusses. Nein, es geht um eine dezidiert maskulistische Filmkritik: Im Mittelpunkt steht die Darstellung des Geschlechterverhältnisses. Und daran gibt es aus dieser Sicht eine Menge zu deuteln. Die folgenden Zeilen erheben daher in alle Richtungen keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Ist Stromberg wirklich „sexistisch“? Laut Teaser der Werbung für den Film: JA.
Er reiße rassistische und sexistische Witze. Dass dies ein für weiße, heterosexuelle Männer geradezu konventionelles Verhalten ist, scheint im Teaser nicht mal einen erläuternden Halbsatz wert zu sein. So selbstverständlich wirkt die Annahme wohl aus Sicht derer, die sie formulierten.

Dem Autor dieser rezensierenden Zeilen zufolge lautet die Antwort ebenfalls: JA.

Freitag, 21. März 2014

Ein Mann zieht in den Frieden

„Wortschrank hat mit seinem Beitrag ‚Sorry, war scheiße‘ eine Lanze dafür gebrochen, dass man versucht möglichst vorurteilsfrei mit anderen Personen zu diskutieren und ihnen nicht von vorneherein Positionen zuzuordnen, die sie gar nicht vertreten“.
Nun gibt es bekanntlich kaum Menschen gibt, die offen stolz auf ihre Vorurteile sind und die damit prahlen, anderen gern Fantasiepositionen zu unterschieben. Also kann eigentlich niemand etwas gegen diesen Versuch haben, den hier Christian auf Alles Evolution beschreibt.

Abraxas (so der Name des Wortschrank-Inhabers bei Twitter) schreibt selbst in seinem Text:
„Jedenfalls bin ich leider vor etwas längerer Zeit Robin Urban aus genau so einem Vorurteil gegenüber Feministinnen mal auf den Schlips getreten (ich weiß noch nicht mal mehr, um was es ging aber ich habe mich beschissen genug benommen, dass sie mich blockte) und ich bereue das heute sehr.“
Dass Abraxas sich darum bemüht, einen Konflikt nicht zur Dauerfeindschaft werden zu lassen und das Verhältnis zu Robin zu befrieden, kann ja auf den ersten Blick niemanden stören, ist aber eigentlich auch eine persönliche Angelegenheit der Beteiligten. Allerdings hat er seine Entschuldigung ja nicht als private Mail an Robin verfasst, sondern als Blogtext veröffentlicht. Und was geschieht?
Eine US-amerikanische Briefmarke aus dem Jahre 1956
Der Text löst eine enorme Resonanz aus, etwas 200 Kommentare hat der Artikel in kurzer Zeit. Christians oben zitierter Artikel über Sachliches Argumentieren mit gemäßigten Maskulisten, der sich darauf bezieht, wird sogar in wenigen Tagen fast dreihundert Mal kommentiert. Die Internet-Feministin Onyx fragt ohne unnötige Scheu vor Pathos, ob wir hier einen neuen Anfang – A New Beginning? – erleben.

Vor allem aber sorgt der Text für heftige Kontroversen. Wolle Pelz, den Robin Urban in Kommentaren zu einem Comic-Artikel einmal öffentlich und kurzerhand mit Goebbels in ein Boot gesetzt hat, findet, dass Robin „die Maskutroll-Szene“ spaltet. Dass er Abraxas widerspricht, ist nicht unverständlich: Robins eigene Entschuldigung ihm gegenüber bestand damals aus einem kecken „Kannst ja (…) heulen gehen“.

In den Kommentaren im Wortschrank-Blog wiederum wird Robin nicht nur begrüßt, sondern auch böse angefeindet:
„Du bist doch nur frustriert, weil du keinen Mann für länger als eine Nacht findest.“
Kaum weniger roh sind Reaktionen auf solche Kommentare.
„Eigentlich muß ich froh sein, daß diese untervögelten Trolle meist in den dunklen Ecken des Internets bleiben.“ 
Innerhalb von sehr kurzer Zeit führt also Abraxas‘ zivile Geste der Entschuldigung zu einer virtuellen Klopperei, zu einem „Entschuldigungs-Gate". Menschen, die sich unbeleckt von geschlechterpolitischen Auseinandersetzungen zufällig in solche Diskussionen verirren, werden vermutlich irritiert beidrehen und sich vornehmen, in Zukunft besser aufzupassen und besser keine überflüssigen Gedanken auf solche Zusammenhänge mehr zu verschwenden.

Wie kann es aber sein, dass eine zivile Geste zu solchen Kontroversen führt?

Donnerstag, 13. März 2014

Wie Anne Wizorek und ihre Freunde einmal einen schlechten, schlechten Menschen aus mir machten

„Ich glaube einfach nicht mehr, dass die 'Kommunikation wollen'. Die wollen einfach nur, dass alles so ist und läuft, wie es ihnen gefällt."
Während wir so im Anschluss an den Text über die Neuköllner Apothekenverwüstung darüber diskutierten, ob der Kommunikationsstil des Lilifee-Feminismus überhaupt etwas mit Kommunikation im herkömmlichen Sinne zu tun habe, und während LoMi darüber – was mir natürlich eine Ehre ist – gar einen eigenen Artikel schrieb, hatte Anne Wizorek längst Fakten geschaffen.

Ihr Gruppen-Blog „kleinerdrei“ veröffentlichte in deutscher Übersetzung einen Text Julie Paganos, der sämtliche Zweifel hinsichtlich etwaiger Kommunikationsabsichten souverän beseitigt und der dabei zugleich ungezwungen und elegant einen Beitrag zur Lebenshilfe leisten kann: „Schlechte Verbündete – Das Quiz“ 
„Disclaimer: Als weißer heterosexueller Mann (WHM) kann ich bestenfalls ein Ally sein“,
hat ein Mann richtig erkannt. Und kleinerdrei erläutert:
„Speziell feministische Verbündete sind Einzelpersonen, die keine Frauen sind und Frauenrechte unterstützen sowie Feminismus und dessen Anliegen fördern.“
Das heißt, ein Verbündeter hat keine eigenen Interessen, unterstützt aber die Interessen anderer, macht dabei aber leider oft viel falsch.
Wie ich auf die Idee gekommen bin, zu diesem Text eine alte Anti-Kriegs-Karikatur von Boardman Robinson zu veröffentlichen, weiß ich selber nicht. Ich habe aber das Gefühl, dass ich mir dafür Minuspunkte geben sollte.
Ob ich als ein guter Verbündeter tauge, oder als schlechter, oder ob ich schlimmstenfalls gar keiner bin, habe ich im Selbstversuch anhand der präzisen Fragen des Ally-Quiz ermitteln können. Ich dokumentiere hier die Highlights meiner Befragung.

Dienstag, 11. März 2014

Wie man Grundrechte schützt, indem man eine Apotheke verwüstet

Anne Wizorek, #Aufschrei-Initiatorin, Grimme-Preis-Gewinnerin und gerade noch proppestolzer Gast bei Manuela Schwesig, war neulich einmal über Verletzungen von Grundrechten erbost.
 
Also schickte sie geistesgegenwärtig bei Twitter eine Nachricht weiter, die sie gerade zwei Minuten vorher erhalten hatte und die mit deutlicher Sympathie einen Farbanschlag auf eine Apotheke in Neukölln dokumentierte. Mit dem Satz
„Die Apotheke in meiner Straße ist gegen die Pille danach“
verlinkt die Nachricht ein Foto, mit dem kurzen Kommentar
„Mein Kiez antwortet“
ein zweites: eine Apotheke, deren Scheiben und Eingangsbereich über und über mit roter Farbe verschmutzt und zudem mit Plakaten zum „Frauenkampftag“ versehen sind.

Eine kleine Pille und sehr viel Drumherum. In Berlin wurde dafür gerade eine Apotheke verwüstet.
Einem Twitterer, der sich ahnungslos über den Beifall für die „Vandalen“ wundert, rückt Wizorek schnell den Kopf zurecht:
„sorry, aber: als jmd, der vermutlich noch nicht wegen sowas diskriminiert wurde, sag mir bitte nicht, was hier scheiße ist.“
Klappe halten, und zwar schnell. Aber: Was aber war eigentlich geschehen?

Der Apotheker der Undine-Apotheke in Berlin-Neukölln  ist ein gläubiger Katholik und hat im Eingangsbereich seiner Apotheke eine Nachricht aufgehängt.  Dort schreibt er, dass
„es beim Einsatz von Kontrazeptiven – trotz der meist beabsichtigten Verhinderung des Eisprungs – in einigen Fällen zu einer Befruchtung mit anschließender Verhinderung der Einnistung in die Gebärmutter kommt.“
Es geht offensichtlich um die sogenannte „Pille danach“, und da er die aus den angeführten Gründen nicht verkauft, sah sich der „Kiez“ – wer immer das hier sein mag – zur Gegenwehr gezwungen.

Eine kleine lokale Grausamkeit, die außer für die BZ vielleicht nur für die Beteiligten von Interesse wäre, wenn sich dabei nicht gleich mehrere sehr aufgeladene Themen kreuzen würden.

Donnerstag, 6. März 2014

Von Monstern und Papageien - Die EU-Studie zur Gewalt gegen Frauen

„Es sind erschreckende Einblicke in die Lebenswirklichkeit von Frauen in Europa.“ So beginnt Benjamin Knaack bei Spiegel-Online seinen Bericht über die EU-Studie Gewalt gegen Frauen: eine europaweite Erhebung“. Da das möglicherweise noch nicht deutlich genug war, schreibt er im Text weiter, dass die Studie „erschreckende Ergebnisse“ liefere und „einen detaillierten und erschreckenden Einblick in die Gewalterfahrungen von Frauen“ biete.
„Das enorme Ausmaß des Problems verdeutlicht, dass Gewalt gegen Frauen nicht nur wenige Frauen betrifft, sondern sich tagtäglich auf die gesamte Gesellschaft auswirkt",
zitiert er ohne unnötige journalistische Distanz den Verantwortlichen für die Studie, den Direktor der Agentur der Europäischen Union für Grundrechte (FRA) Morten Kjærum, der weiterhin klarstellt:
„Frauen sind nicht sicher auf den Straßen, am Arbeitsplatz und schlussendlich auch nicht zu Hause."

So illustriert die Tagesschau auf ihrer Webseite öffentlich-rechtlich ihren Bericht zur FRA-Studie. Ein Beispiel von vielen möglichen.
Alexander Roslin allerdings kommentiert solche und ähnliche Texte so:
„Keine kritischen Nachfragen, einfaches affirmatives Abnicken und Weiterverbreiten der Demagogie (…).“
Martin Domig schreibt:
„Ich habe diese und ähnliche Meldungen jetzt oft genug gehört um mich ernsthaft zu fragen was daran gelogen ist, und warum diese Lüge so oft wiederholt wird.“ 
Und auch Wolle Pelz wirkt nicht angemessen erschrocken:
„Studien zur Gewalt gegen Frauen gibt es scheinbar jährlich. Gibt es solche Studien auch wegen männlichen Opfern von Gewalt?“
Was haben die bloß?

Dienstag, 4. März 2014

Mütterliche Väter, beschämte Jungen und ungedeckte Schecks (Monatsrückblick Februar 2014)

Der Februar war ein Monat der Selbstzerlegungen. Alice Schwarzers Steuerhinterziehungen hätten ihr möglicherweise weniger geschadet, wenn sie sich nicht nach deren Aufdeckung als Opfer politischer Verfolgung präsentiert hätte, das zur Sicherheit Geld in der Schweiz deponiert habe – und wenn sie sich nicht ihrerseits so ausdauernd aus öffentlichen Kassen bedient hätte. 

Die Piraten sind weiterhin intensiv und begeistert damit beschäftigt, sich selbst zu versenken. Anne Helms Femen-Pose des Danks für die Zerstörung Dresdens konnte beitragen zu einer Frage, die auf Alles Evolution diskutiert wurde: ob nämlich feministische Aktionen in ihrer Überzogenheit – dem Aufschrei-Hype, den Brust-statt-Hirn-Aktionen der Femen, den Professorinnen in Leipzig – zu Pyrrhussiegen und feministische Klischees schließlich als lächerlich präsentieren würden.

Wie im Fußball ist es allerdings wohl auch in der Geschlechterpolitik keine überzeugende Taktik, bloß auf Eigentore des Gegners zu warten – wenn nicht klare und bessere Alternativen erarbeitet werden, dann werden wohl auch betonfeministische Aktionen am Rande der Selbstdestruktion oder der Lächerlichkeit keine ernsthaften Folgen haben.
 
In diesem Monat erschienen dazu gleich zwei Bücher von Arne Hoffmann: Not am Mann, die schlankere und pointiertere Version seines Textes Plädoyer für eine linke Männerpolitik. Der Wunsch, eine linke Männerpolitik etablieren zu können, motiviert wohl auch Klaus Funkens Buch über den Niedergang der SPD in den vergangenen Jahrzehnten, Zum 150sten keine Festschrift, das in elektronischer Version und als Taschenbuch erschienen ist.
Ohne die massiven Veränderungen der Geschlechterrollen in den vergangenen Jahrzehnten würden wir jetzt vermutlich alle so zu Hause herumsitzen. (Quelle)
Die zweite männerrechtliche Blogparade, „Geschlechterrollen",  hat zudem aus den unterschiedlichen Perspektiven der Blogger ein stimmiges Gesamtbild zu einem der zentralen Themen von Geschlechterdebatten präsentiert. Es lohnt sich, in der Monatsrückschau auf dieses Gesamtbild zu konzentrieren – und auf die Frage, warum die erarbeiteten Positionen, auch wenn sie überzeugend sind, noch nicht ausreichen.

Samstag, 1. März 2014

Die Piraten entern sich selbst und spielen Schiffeversenken

Mein Vater war am Ende des Zweiten Weltkriegs ein kleines Kind. Seine Großmutter war mit ihm aus Schlesien geflohen, und im März 1945, nach vielen Stationen und vor vielen anderen, kamen beide auch nach Dresden.

Wären sie einen Monat vorher angekommen, dann hätten sie womöglich auch zu den Opfern des Bombenangriffs auf die Stadt gehört. Im März 1945 aber – das erzählte er uns viel später – war mein Vater beeindruckt von den vielen Trümmern, die sie sahen, als sie durch die zerstörte Stadt gingen. Er kann sich noch heute an seinen staunenden Unglauben erinnern, als seine Oma ihm erzählte, dass hier auch viele Kinder getötet worden seien – dass der Krieg sich auch direkt gegen Kinder richtet, konnte er, selber Kind, nicht begreifen.

Wenn heute eine Frau, die Berliner Bezirksverordnete für die Piratenpartie ist und auf Platz 5 der Lise für die Europawahl kandidiert,  ihre blanken Brüste in die Kamera hält, um dem Verantwortlichen für den Bombenangriff zu danken – dann ist das ist gleich auf ganz verschiedenen Ebenen eine verrückt schamlose Aktion. Ob denn wohl auf die Frauen mit nackten Brüsten bald Männer mit entblößten Penissen folgen würden, fragt ein Kommentator unter einem der wohl besten Artikel zu dieser Aktion. Ich finde es durchaus schmerzhaft, mich in dieses Szenario hineinzuversetzen. 
Ein Kommentar der PARTEI zu Anne Helms Dank für die Luftangriffe auf Dresden.
Dass Anne Helm ihre Femen-Aktion mittlerweile ungeschehen machen möchte, kann ich mir also gut vorstellen. Was ich mir nicht vorstellen kann, ist, warum sie nicht schon vorher mal auf die Idee gekommen war, dass ihr „Thanks Bomber Harris“-Spruch sich nicht in erster Linie gegen Nazis richtet, die das Gedenken an die Dresdner Opfer für ihre eigene Gewaltverliebtheit funktionalisieren, sondern gegen die zivilen Opfer.

Denn es ist ja keineswegs so, dass sie sich lediglich für die Befreiung von der Nazi-Herrschaft gedankt hätte. Wer den Krieg gegen Nazi-Deutschland richtet findet, kann trotzdem die Bombardierung Dresdens ablehnen. Wer Bomber Harris dankt, kann das nicht. Also geht es bei Helm natürlich nicht allein um Dank für die Befreiung vom Nationalsozialismus.

Noch interessanter finde ich die Frage, wie es möglich ist, dass eine vor noch nicht allzu langer Zeit sehr erfolgreiche politische Organisation, die Piraten-Partei, eine solch bekloppte Aktion ihrer Europa-Kandidatin Helm akzeptiert und verteidigt, ohne dass die Parteiverantwortlichen sich für diese Parteischädigung weiter interessieren würden.