Zur seltsamen Debatte um die Abschaffung der Bundesjugendspiele
Heulender Sohn kommt mit "Teilnehmerurkunde" von den Bundesjugendspielen heim. Erwäge Petition zur Abschaffung selbiger. Ernsthaft.
— Mama arbeitet (@Mama_arbeitet) 19. Juni 2015
So begann es vor einer Woche bei Twitter. Christine Finke, eine Journalistin und Mutter und zugleich eine Bloggerin unter dem Namen Mama arbeitet, stellte bei change.org tatsächlich diese Petition ein – und hat damit heute schon 15.000 Unterschriften für die Abschaffung der Bundesjugendspiele gesammelt.
„Für viele weniger sportliche Schüler (...) bedeuten diese Spiele eine alljährlich wiederkehrende öffentliche Demütigung.“
So begründet sie ihre Forderung, mit der sie auch in den Medien ungeheuren Erfolg hat. Die Tagesschau berichtet darüber, die Zeitung Die Welt, der Bayrische Rundfunk und natürlich die Bild-Zeitung. Der Spiegel schreibt gleich mehrere Male über die Petition, in einem bissigen Kommentar über die „Helikoptermutter", vorher in persönlich gehaltenen Erinnerungen („Sogar Mädchen waren besser als ich“) und im Rahmen eines Interviews mit Finke. In diesem Gespräch kann sie Gegner ihrer Petition dann auch gleich mit Nazis assoziieren, weil das heute eben dazugehört, wenn Menschen es für unmöglich erklären möchten, dass jemand mit guten Gründen eine andere Meinung haben könnte als sie.
An mir wäre all das möglicherweise weitgehend unbemerkt vorbeigetrieben, wenn mich nicht Robin Urban mit ihrem Text „Schulsport – Ein Hurra auf ein unbeliebtes Fach“ darauf aufmerksam gemacht hätte. Sie kritisiert darin die Petition und tritt für den Schulsport und für die Bundesjugendspiele ein. Auch wer sich angesichts der Diskussion etwas verwundert fragt, ob wir eigentlich tatsächlich keine anderen Probleme haben, kann in dem Text Argumente finden, die viel über das Lernen in der Schule aussagen – über die seltsame Debatte um die Abschaffung der Bundesjugendspiele hinaus.
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| Ein wenig Sport ab und zu wäre möglicherweise ja noch ganz in Ordnung, wenn nur der Wettkampfcharakter nicht wäre. #bundesjugendspieleweg |
Mir gefiel daher Robins Text sehr gut, und das wollte ich auch bei ihr kommentieren – aber dann fielen mir dabei so viele Begebenheiten aus meinem eigenen Schulalltag ein, dass der Kommentar ein wenig zu lang wurde. So ist es passender, diesen Kommentar etwas zu verändern und ihn hier als eigenen Text zu veröffentlichen:













